Wechselausstellung Alemannische Larvenfreunde

Auf der Empore von Kuppel 1 befindet sich die Vitrine der Alemannischen Larvenfreunde. Die aktuelle Wechselausstellung widmet sich dem Thema "Der Maskenschnitzer Reinhold Schäle und seine Entwürfe". Mit seiner barocken schnitzerischen Handschrift hat Reinhold Schäle (1930-2016) das Gesicht vieler Narrenzünfte in Oberschwaben und weit darüber hinaus maßgeblich mitgeprägt. Von 1970 bis 2005 war der Drechslermeister und Holzbildhauer in Gornhofen für über 90 Narrenzünfte bildhauerisch aktiv. 

Eine kleinen Auswahl seiner Masken wird nun in der Wechselvitrine der Alemannischen Larvenfreunde im Fastnachtsmuseum Narrenschopf in Bad Dürrheim präsentiert. Bei den gezeigten Masken handelt es sich um die handgeschnitzten Entwürfe für neue Narrenfiguren bzw. von Umgestaltungen aus seiner Werkstatt. Bis zur Narrenbörse im Mai 2023 wird diese Sonderausstellung zu sehen sein. Damit gibt es im Fastnachtsmuseum Narrenschopf nun bereits zum zwölften Mal in Zusammenarbeit mit dem Verein „Alemannische Larvenfreunde“ interessante Einblicke in die europäische Larvenkultur. Die Themen der bisherigen Ausstellungen reichen vom Maskenbrauchtum der Rhön, über Kriens, Bündner Larven und das Werdenfelser Land bis hin zu ausgewählten Maskenschnitzern der schwäbisch-alemannischen Fasnet.Zum Maskenschnitzen kam Schäle über die Gründung der Schwarze Veri Zunft 1970 in Ravensburg, deren Maskenmeister er wurde. Schnell kamen weitere Narrenzünfte hinzu. Vielfach wurden die Masken von ihm in Zusammenarbeit mit Jürgen Hohl selbst entworfen bzw. in ihrer Form überarbeitet und neu gestaltet. Aus dem Bereich der VSAN schnitzte er u.a. Masken für Kißlegg, Lindau, Wangen, Stockach, Rottenburg, Triberg, Mühlheim, Ehingen, Haigerloch, Baienfurt und Weingarten. Von ihm entworfen wurden zudem die Schalksnarren von Hechingen, der Sigmaringer Schlossnarro, der Mond und Brunnengeist von Bad Cannstatt sowie 1975 der Schlösslenarr von Weingarten. Hinzu kommen unzählige Entwürfe für neuere Narrenzünfte, wie Weißenau, Ostrach, Hagnau, Salem, Ergenzingen, Nonnenhorn, Hefigkofen … Wichtig war ihm bei seinen Entwürfen, dass die Masken auch in die oberschwäbische Landschaft passen, was an den barocken Zügen seiner Masken zu erkennen ist. Entsprechend gelang es ihm auch herausragend alte Maskentypen treffend nachzuschnitzen, wie u.a. seine Maske der Laufenburger Narrönin eindrücklich zeigt. Zu den Hochzeiten entstanden so in seiner Werkstatt 300-400 Masken im Jahr, die er aus verleimten Bohlen der Weymouthskiefer schnitzte.

Mehr zum Maskenschnitzer Reinhold Schäle unter www.virtuelles-maskenmuseum.de

 

2022 Tafel Schäle

 

Ausstellung_Schaele