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Die Dauerausstellung

Was ist los im Schopf?

Aus 73 Orten Baden-Württembergs, Bayerns und der Schweiz hat die 1924 gegründete Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte Masken und närrische Kleider gesammelt und im auf Vereinsbasis privat organisierten Fastnachtsmuseum Narrenschopf der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart reichen die durch historische Dokumente und närrische Attribute aufgelockerten Exponate. Die in der schwäbisch-alemannischen Kulturregion sehr lebendigen Fastnachtsbräuche bieten sich so ganz und gar nicht verstaubt dem Blick des Neugierigen in einer volkskundlich hochinteressanten Gesamtschau.

Die Ausstellung ist dabei in die acht Fastnachtslandschaften der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte unterteilt.

fastnachtslandschaften

Bodensee-Linzgau-Schweiz

Am Bodensee und im Linzgau haben Tuchmasken Tradition. In der Schweiz, zwischen Zürichsee und Walensee, setzt sich die Holzmaskenlandschaft fort. In Siebnen, Kanton Schwyz, heißt der Narr Rölli nach dem Geröll der Glocken. Am Dreikönigstagläuten in Siebnen die Einscheller mit ihren Kuhglocken die Fasnachtszeit ein, sowie am Bodensee die Hansele die Fasnet mit ihren riesigen Peitschen begrüßen.

Siebnen

Baar

In der Barockzeit hat sich auf der Baar die dünnwandige, fast geschlechtslose Glattlarve als Maskentypus herausgebildet. Beim Narrensprungführt der Donaueschinger Hansel sein Gretle - Frau oder Freundin in Baaremer Tracht - mit sich. Der Villinger Stachi trägt die Rüsche des vielhundertfach vorhandenen Narro und zeigt das sauertöpfische Gesicht der Surhebel-Scheme; seine Begleiterin, das Mobili, lächelt heiter und gutmütig.

DonaueschingenVillingen_Stachi

Hegau

Aus den traditionsreichen Narrenorten Engen, Singen, Stockach und Meßkirch besteht die Fasnachtslandschaft Hegau. Zu den Hansele, Hänsele oder Hänseler mit ihren Gewändern voller Stoffstreifen kommen ehrwürdig gekleidete Narreneltern und Sonderfiguren. Eine solche ist in Singen am Hohentwiel der hoorige Bär mit seiner kräftigen Holzmaske, eine Erinnerung an all die Strohbären, die früher in jedem Dorf als Symbole des Winters, des Abgestorbenen, durch die Straßen getrieben wurden.

Singen_Hooriger_Baer

Donau

Donauabwärts in Riedlingen ist der Gole - hier der Neue Gole - die Symbolfigur der Fasnacht. Nachdem die Kinder ihn aus seinem Heim herausgerufen haben, zeigt sich der Gole bei allen Umzügen. In Fridingen an der jungen Donau ist das Leinengewand der Narren mit bunten Stoffstücken besetzt. Am schmotzigen Donnerstag spannen sich die Narren ans Seil und ziehen den Pflug durch ihr Städtchen, als wollten sie das Feld bestellen.

FridingenRiedlingen-Gole

Hochrhein

Tiengen, Waldshut, Laufenburg und Bad Säckingen heißen die alten Narrenorte am Hochrhein. Zeigen sich die Waldshuter Geltentrommler mit mehlbestäubten Gesichtern, so hat Tiengen ein bemaltes Narrenbrett aus dem 18. Jahrhundert und Laufenburg eine besonders reiche Holzmaskenkultur vor zuweisen. Aus der Barockzeit sind noch etliche Masken erhalten; sie werden mit dem "Pelzle" abgeschlossen und auf der Maskenhaube mit einem "Zylinderle" verziert.

Laufenburg

Oberschwaben-Allgäu

Die Fasnachtslandschaft zwischen Aulendorf und Lindau ist reich an Figuren der unterschiedlichsten Herkunft. In der Hopfenstadt Tettnang sind Hopfennarr, Hopfensau, ebenso zu Hause wie der glöckchenbehangene Giggeler und das Gätterlet. Gespenstisch ist die Erscheinung des Bad Waldseer Schrättle, einer Hexengestalt.

TettnangWaldsee_Schraettle3

Schwarzwald

Vor der Kulisse des ehemaligen Reichstädtchens Zell am Harmersbach präsentieren sich Spielkartennarro, Bändelenarro, Welschkorn(Mais)- und Schneckenhüslinarro. Auch der Schwarzwald ist eine Landschaft mit zahlreichen Fastnachtshexen. Dafür steht die Figur der Offenburger Hexe mit ihrem weiß gepunkteten Kopftuch und den Strohzöpfen. Beim Verbrennen der Fasnet, wie man im Kinzigtal sagt, springen die Hexen mit ihren Besen über die lodernde Glut.

Offenburg_hexeZell-Gesamt

Neckar-Alb

Auffallend schön sind die Narrenfiguren aus Schömberg bei Rottweil. Interessante Einzelfigur ist dabei der Halbschwarze. Auf und um den Großen Heuberg haben sich viele alte bemalte Narrenkleider und Holzmaskenerhalten, wie dieses Beispiel aus Wehingen vom Anfang des 19.Jahrhunderts zeigt.

Schoemberg_halbschwarzerWehingen-Narr